Umland bleibt günstiger, doch die Lücke schrumpft: Käufer sparen bis zu 62 Prozent
Umland bleibt günstiger, doch die Preisunterschiede werden enger
Die Flucht aus den überhitzten Innenstädten hält an: Immer mehr Käufer entscheiden sich für Wohnungen oder Häuser im Umland, weil sie dort deutlich weniger bezahlen als in den Zentren. Gleichzeitig steigen die Preise auch vor den Toren der Metropolen, sodass sich die Ersparnis von Standort zu Standort stark unterscheidet.
Ein anschauliches Beispiel liefert die Berlinerin Marlies Scheren. Nach fast einem Leben in der Hauptstadt zog die 49-Jährige mit ihrem Mann vor zwei Jahren nach Werder in Brandenburg, rund 40 Kilometer entfernt. Für eine 78 Quadratmeter große Wohnung zahlten beide 265000 Euro und pendeln seither zwei bis drei Tage pro Woche nach Berlin.
Eine Auswertung exklusiver Daten des Maklers Von Poll Immobilien und weiterer Studien zeigt, wo ein Kauf im Umland wirtschaftlich noch attraktiv ist und wo die Differenz zu Innenstadtpreisen besonders groß bleibt. In einigen Regionen lassen sich demnach Einsparungen von bis zu 62 Prozent erzielen, in anderen sind die Vorteile deutlich kleiner.
Wo sich der Umzug noch rechnet
Die Analyse macht deutlich, dass die höchsten Einsparpotenziale dort zu finden sind, wo das Umland gute Pendelverbindungen bietet, aber weniger Nachfrage nach Zweitwohnungen und hochpreisigen Neubauprojekten besteht. Faktoren, die die Rechnung für Pendler beeinflussen, sind neben dem Kaufpreis auch Fahrzeit, Mobilitätskosten und Lebensqualität vor Ort.
- Maximale Preisvorteile: In ausgesuchten Randlagen lassen sich bis zu 62 Prozent gegenüber innerstädtischen Quadratmeterpreisen sparen.
- Nähe und Verkehr: Regionen mit schneller Zugverbindung zur Metropole sind gefragt und verteuern sich vergleichsweise schneller.
- Lebensstil entscheidet: Wer flexible Arbeitstage hat, profitiert stärker von günstigeren Quadratmeterpreisen als tägliche Pendler.
Was Käufer beachten sollten
Für Kaufinteressenten lohnt sich eine detaillierte Gegenrechnung: Neben dem reinen Kaufpreis sollten Laufzeit, Fahrkosten, Wertsteigerungserwartung und persönliche Lebensumstände einfließen. In einigen Fällen bleibt das Umland finanziell überlegen, in anderen gleichen zusätzliche Mobilitätskosten einen Großteil des nominalen Preisvorteils aus.
Die Entwicklung zeigt außerdem: Je länger die Nachfrage in den Vororten anhält, desto schneller nähern sich die Preise denen der Innenstädte an. Käufer sollten demnach regionale Marktdaten prüfen und realistische Szenarien für Pendelzeiten und Kosten kalkulieren.
Für viele Familien und Paare wie das von Scheren bleibt das Umland dennoch attraktiv: mehr Wohnfläche zu einem geringeren Preis und die Möglichkeit, Beruf und Wohnqualität neu zu gewichten.