Hotelimmobilie des Jahres 2026: Drei Sieger zeigen die Bandbreite zukunftsfähiger Konzepte
Drei Sieger, drei Konzepte: Hotelimmobilie des Jahres setzt Zeichen für Vielfalt
München | Beim 196+ Forum in München wurden erstmals drei Häuser als Hotelimmobilie des Jahres ausgezeichnet. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Preises überzeugten Arcotel Tabakfabrik, Casa Cook Madonna und Hotel Schani City die internationale Jury mit sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen überzeugenden Konzepten.
Eine 12-köpfige Fachjury wählte aus 24 Bewerbern aus elf Ländern zunächst zehn Nominierte und kürte schließlich drei Sieger. Entscheidende Kriterien waren ein stimmiges Gesamtkonzept aus Architektur und Innenraumgestaltung, die Einfügung in das Umfeld, Nachhaltigkeit und technische Innovationen sowie Originalität und Wirtschaftlichkeit.
Vielfalt statt Einheitsrezept
Andreas Martin, Vorsitzender der Jury, betonte die Signalwirkung der Entscheidung: «Dass wir drei Gewinner prämieren, die völlig unterschiedliche Ansätze verkörpern, unterstreicht die Wandelbarkeit und Kreativität des Hotelmarktes. Erfolgreiche Immobilien folgen heute nicht einem einzigen Rezept, sondern liefern individuelle Antworten auf Standort, Zielgruppen und veränderte Gästebedürfnisse.»
Thiemo Willms von Accor ergänzte, dass die Einreichungen ein breites Spektrum an Formaten zeigten – von alpinen Leisure-Destinationen über innovative Umnutzungen bis zu urbanen Stadthotels mit digitaler Gästeführung. Insbesondere Umnutzung und Konversion gewännen an Bedeutung, so Willms.
Arcotel Tabakfabrik: Industrielles Erbe neu gedacht
Das Arcotel Tabakfabrik verbindet das denkmalgeschützte Areal der Linzer Tabakfabrik mit zeitgemäßer Hochhausarchitektur. Der rund 100 Meter hohe Turm bietet 189 Zimmer, fast 1000 Quadratmeter Konferenzfläche und im 27. Obergeschoss ein Restaurant mit 360-Grad-Blick über Linz und die Donau. Im Interior bleibt die Geschichte des Standorts präsent: Sichtbeton, Metall und industrielle Elemente treffen auf warme Materialien und präzise Lichtführung.
Casa Cook Madonna: Bestandsentwicklung in den Alpen
Das Casa Cook in Madonna di Campiglio ist das erste Haus der Marke in einem traditionellen Wintersportort. Aus dem ehemaligen Hotel Milano wurde durch behutsame Revitalisierung und einen Dachausbau ein 50-Zimmer-Resort. Die markentypisch reduzierte Gestaltung wurde erstmals in einen alpinen Kontext übersetzt und verbindet dunkles Holz, mineralische Oberflächen und restaurierte Bestandstücke. Ziel ist es, den Ort über die klassische Wintersaison hinaus zu stärken und neue internationale Gäste zu gewinnen.
Hotel Schani City: Urbanes Design trifft digitale Gästeführung
Das Hotel Schani City in Wien versteht sich als ruhige Stadt-Oase mit starkem Designanspruch und digitaler Guest Journey, die den persönlichen Kontakt ergänzen soll. Das Haus integriert lokale Kultur- und Religionsgeschichte und bietet technische Lösungen für sogenannte koscher-freundliche Zimmer. So entsteht ein Rückzugs- und Begegnungsort für design- und kulturaffine Stadt- und Geschäftsreisende.
Fazit
Die Auszeichnung 2026 sendet ein klares Signal: Zukunftsfähige Hotelimmobilien sind multifunktional und ortsbezogen. Ob Industriebau, alpiner Bestand oder städtische Stadtoase – entscheidend sind ein durchdachtes Gesamtkonzept, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Die Preisträger zeigen, wie unterschiedlich erfolgreiche Antworten auf die Herausforderungen der Branche heute aussehen können.