Banken prognostizieren anhaltendes Wachstum bei Immobilienpreisen in Litauen
Banken erwarten anhaltenden Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt
Vilnius — Eine Umfrage der Bank von Litauen unter in Litauen tätigen Geschäftsbanken zeigt, dass die meisten Institute weiterhin von steigenden Immobilienpreisen ausgehen. Rückgänge rechnen die befragten Banken nicht; stattdessen dominieren Erwartungen für moderate bis deutliche Zuwächse, insbesondere bei Neubauwohnungen.
Die Erhebung, bei der sechs heimische Geschäftsbanken und vier Zweigstellen ausländischer Banken im Juni 2026 befragt wurden, dokumentiert eine stabile Lage bei Unternehmenskrediten und eine weiter wachsende Nachfrage nach Wohnungsbau- und Konsumkrediten. Die Banken bewerten die finanzielle Lage der Haushalte überwiegend als gut, die der Unternehmen größtenteils als durchschnittlich bis gut. Nur einzelne Branchen werden pessimistischer beurteilt, darunter Landwirtschaft, Produktion sowie Hotel- und Gastgewerbe.
Zur Entwicklung der Preise am Wohnungsmarkt sagen alle Institute steigende Werte für Neubauwohnungen voraus. Rund die Hälfte erwartet jährliche Zuwächse von mehr als fünf Prozent, eine Bank geht sogar von mehr als zehn Prozent aus. Beim Bestandwohnungsmarkt sehen die meisten Banken ebenfalls Preiszuwächse, überwiegend in einer Spanne bis zu fünf Prozent jährlich.
Im Segment Gewerbeimmobilien dominiert hingegen Stabilität: Etwa die Hälfte der Banken rechnet mit unveränderten Preisen, während ein Teil moderates Wachstum prognostiziert und nur eine Bank einen leichten Rückgang für möglich hält. Wahrgenommene Ungleichgewichte am Immobilienmarkt haben sich in den vergangenen sechs Monaten leicht abgeschwächt, bleiben aber bei vielen Banken präsent.
Als größte langfristige Risiken für das Finanzsystem nennen die Institute weiterhin Cyberangriffe und geopolitische Spannungen. Die Sorge vor einer unhaltbaren Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienpreise hat laut Umfrage zwar an Gewicht verloren, bleibt aber relevant.
Die Banken geben an, ihre Kreditvergabestandards im ersten Halbjahr weitgehend beibehalten zu haben. Während die meisten Institute die Kreditvergabe an Unternehmen nicht einschränken, nannten einzelne Banken Beschränkungen gegenüber Immobilien- und Bauunternehmen sowie dem Hotel- und Gastgewerbe. Für das dritte Quartal erwarten die Banken insgesamt eine weitgehend stabile Nachfrage nach Unternehmenskrediten; die Nachfrage nach Krediten für private Haushalte könnte sich nach dem bisherigen Anstieg etwas abkühlen.
Hintergrund: Die Ergebnisse basieren auf der regulären Umfrage der Bank von Litauen unter Geschäftsbanken und betreffen die Einschätzungen zur Finanzlage, Kreditvergabe und Markterwartungen im ersten Halbjahr 2026.