Wende am Immobilienmarkt: Hauspreise in vielen Großstädten erstmals wieder im Rückgang
Hauspreise in vielen deutschen Großstädten geben nach
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im ersten Quartal 2026 eine spürbare Bewegung: Während Eigentumswohnungen vielerorts noch stabil bleiben oder leicht steigen, sind die Preise für Einfamilienhäuser in zahlreichen Metropolen erstmals seit langem wieder gefallen. Das ergibt der aktuelle Preiskompass von Immowelt.
In 9 von 15 der größten Städte Deutschlands sanken die Angebotspreise für Einfamilienhäuser. Selbst im teuersten Markt des Landes zeichnet sich ein Abwärtsdruck ab: In München fiel der Quadratmeterpreis um 0,6 Prozent auf etwa 9084 € pro Quadratmeter.
Warum Käufer profitieren und Eigentümer warnen sollten
Als Hauptursache nennen Experten die hohen Finanzierungskosten. Gestiegene Bauzinsen erhöhen die monatliche Belastung deutlich, sodass Kaufinteressenten an ihre Budgetgrenzen stoßen. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass Käufer inzwischen 40 bis 50 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten einplanen müssen. Hinzu kommen oft erhebliche Sanierungs- und Energieverbesserungskosten bei älteren Häusern, die den Kaufpreis relativieren.
Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka fasst die Lage so zusammen: «Der Markt bleibt insgesamt stabil, doch insbesondere bei Häusern ist eine Abkühlung spürbar.» Ein konkretes Beispiel aus Stuttgart: Ein 140 Quadratmeter großes Einfamilienhaus kostete im Januar noch 871.780 €. Im April lag der Angebotspreis 1,9 Prozent niedriger bei 855.400 €, also mehr als 16.000 € weniger.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Die Entwicklungen sind regional sehr unterschiedlich. Während Duisburg mit einem Plus von 4,2 Prozent die stärkste Zunahme bei Hauspreisen verzeichnet, folgen Dresden (+2,3 Prozent) und Hannover (+2,1 Prozent). Diese Städte starten allerdings von deutlich niedrigeren Niveaus als die größten Metropolen.
Bei Eigentumswohnungen zeigt sich bislang ein gespaltenes Bild: In einigen Zentren wie Stuttgart, Köln und München steigen die Preise weiter, doch erste Rückgänge sind auch hier sichtbar. Bremen, Hannover und Düsseldorf gehören zu den Städten, in denen die Angebotspreise für Wohnungen bereits nachgegeben haben. Beispiel Bremen: Eine 90-Quadratmeter-Wohnung kostete im Januar 266.850 €, im April lag der Preis bei 263.700 € (‑1,2 Prozent).
Wie es weitergehen könnte
Entscheidend bleibt der Kreditmarkt. Solange die Bauzinsen auf erhöhtem Niveau verharren, bleibt die Nachfrage gedämpft und die Kaufkraft vieler Haushalte begrenzt. Das Ergebnis ist ein gespaltenes Jahresbild: In einigen Städten dürften die Preise weiter steigen, in anderen weiter fallen. Klar ist bereits jetzt: Die Phase der schnellen Preiszuwächse für Einfamilienhäuser scheint vorerst beendet.
Zur Methodik: Für den Immowelt Preiskompass wurden Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in den 15 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern ausgewertet. Vergleichsgrundlage sind standardisierte Referenzobjekte, um die Regionaldaten vergleichbar zu machen.

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